BM Joseph Müller - orstchronik

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Heimatbuch 1987
Bürgermeister Joseph Müller

Johann Ruider


Die Amtszeit (August 1918 bis Mai 1933) war geprägt von den Wirren des Ersten Weltkriegs und der Zeit danach, der Inflation, der Weltwirtschaftskrise und reichte bis in die Tage des Dritten Reiches bzw. des Nationalsozialismus.
Als tatkräftiger und weltvorausdenkender Bürgermeister stand er den technischen und wirtschaftlichen Umwälzungen jener Epoche aufgeschlossen gegenüber. Dabei hat er die menschlichen Probleme seiner Mitbürger nicht aus den Augen verloren.
In seine Amtszeit fielen u. a. zahlreiche Straßenbaumaßnahmen, die Elektrizifierung der Gemeinde und der Erweiterungsbau der Pfarrkirche. Auch die Königsmühle wurde während seiner Bürgermeisterzeit eingemeindet. Müller war eine Persönlichkeit, die selbst außerhalb der Gemeinde Rang und Namen hatte. So war er z.B. auch als Kreisbrandmeister tätig. In Anbetracht seines 25jährigen Wirkens als Kassier, Beigeordneter und Bürgermeister wurde er durch einstimmigen Beschluss des Gemeinderates am 22.2.1925 zum Ehrenbürger ernannt.
Die Notstandsverordnung der Reichsregierung setzte 1933 derTätigkeit dieses Mannes ein Ende. Ein Nichtparteimitglied war damals als Bürgermeister nicht mehr genehm. Althergebrachte Werte hatten ihre Gültigkeit verloren. In einer überraschend angesetzten Aktion wurden die Gemeindeunterlagen beschlagnahmt und abtransportiert.
Für Josef Müller brach damit seine Welt zusammen. Diesen radikalen Einschnitt hat er nicht lange überlebt. Der Ehrenbürger verstarb am 1.1. 1935, kaum mehr als 65 Iahre alt.
 
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