Chronik FFW - orstchronik

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Hamlar
Aus der Geschichte der FFW Hamlar - von Manfred Wiedemann
Am 25. Januar 1880 ist im ,,Dienstbuch” der FFW Hamlar die Gründungsversammlung dieser Wehr beschrieben. Nachdem die Vorstandschaft mit Kommandant Johann Wiebel und Vorstand Franz Josef Wagner und die übrigen Vorstandsmitglieder gewählt waren, begrüßte der Kommandant der FFW Asbach den neuen Verein mit lautem „Gut Heil”, was damals wohl als Losung bei wichtigen Anlässen galt. Die Leitung der Versammlung hatte übrigens auch der Kommandant der FFW Asbach, ein Herr Georg Helmschrott. Schön, dass schon damals die enge Verbundenheit mit unserem heutigen Patenverein bestand.
Leider ist aus dem Gründungs-Protokoll nicht zu ersehen, wie viele Gründungsmitglieder anwesend waren.
Sicher ist aber, dass mindestens 19 Männer der Aufforderung zur Gründung gefolgt waren, da der Kommandant mit dieser Stimmenzahl gewählt wurde. Die übrigen Mitglieder wurden übrigens z. T. mit weit weniger Stimmen gewählt. In der Festschrift zur Fahnenweihe mit 80-jährigem Jubiläum wurde von sieben Gründungsmitgliedern gesprochen, was hiermit widerlegt ist. Vermerken darf ich noch, dass die Gründungsmitglieder von einer Aufnahmegebühr befreit waren, für später eingetretene Mitglieder aber eine solche von 50 Pfennigen erhoben wurde. Interessant ist, dass die FFW Hamlar bereits im Jahre 1892 im Besitz einer Standarte war, die aber leider während des 1. Weltkrieges verschwunden ist. Aus dem Dienstbuch ist weiter zu ersehen, dass in der Zeit von 1896 bis 1914 in Hamlar acht Brände zu bekämpfen waren und darüber akribische Einträge einschließlich der Grundrisse der Brandobjekte im Dienstbuch zu führen waren.
Auch regelmäßige lnspektionen sind im Dienstbuch genau vermerkt, so dass man davon ausgehen kann, dass die Vorgänger unserer Feuerwehr ihren Dienst mindestens ebenso ernst genommen haben, wie wir das heute tun. Aber auch Verletzungen, die sich Feuerwehrmänner im Dienst zugezogen hatten, sind in dem Buch eingetragen. Zum Glück handelte es sich durchaus nur um Verletzungen leichterer Art. Die damaligen Feuerwehren wurden vom Landkreis finanziell unterstützt und zwar mit Beträgen zwischen 16 und 100 Mark jährlich. Schließlich gab es in dem Buch ein Inventar-Verzeichnis ebenso wie Jahresberichte und Ergebnisse von Wahlen, die damals alle drei Jahre durchgeführt wurden und Chargen-Wahlen genannt wurden. Leider enden mit dem Jahre 1914, also mit Ausbruch des 1. Weltkrieges alle Berichte über Jahresversammlungen und erst vom Jahre 1953 an gibt es wieder solche Berichte; übrigens in genau der gleichen Art des Dienstbuches wie es schon 1880 verwendet wurde. Es stammt also mit Sicherheit aus der Zeit vor dem 1 . Weltkrieg. Dies weist wohl auf eine besondere Sparsamkeit des Vereins hin. Aufzeichnungen über Übungen, Einsätze usw. sind jedoch weiterhin vorhanden.

Übrigens gab es 1953 einen Beschluss der Vorstandschaft zu vermerken, der das Fernbleiben von Übungen mit einer Strafe von DM 1,00 belegte und dreimaliges Fernbleiben den Ausschluss aus der Feuerwehr nach sich zog, was bedeutete, dass der Ausgeschlossene zur Feuerschutzabgabe gezwungen wurde. Leider fehlt uns heute dieses Druckmittel, denn seit dem Jahre 1995 darf eine solche Abgabe nicht mehr erhoben werden. Aus dem lnventarbericht von 1957 ist zu ersehen, dass der Verein damals bereits über eine ,,Motorspritze TS 8/8” verfügte. In den Jahren 1957 und 1958 scheint es in unserer Feuerwehr einige Turbulenzen gegeben zu haben, denn damals trat beinahe die gesamte Vorstandschaft zurück. Der Stolz der Hamlarer Wehr war jedoch das Feuerwehrauto ,,Tounus Transit”, das bereits am 22. Juni 1965 in der Inventarliste zu finden ist. Auch hier war unsere kleine Feuerwehr ein Vorreiter in Sachen ,,Technische Ausrüstung”.
(Bild: 1952 gab es neue Helme)

 
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