Die Schulzeit - orstchronik

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Jugenderinnerung
.... an meine Kinder- und Jugendzeit
Ich kam am 17.03.1948 in Bäumenheim in der Einzimmerwohnung im ,,Mädchenheim“ zur Welt. Zufällig am gleichen Tag, an dem auch mein Vater Geburtstag hatte. So konnte man die beiden Geburtstage immer miteinander feiern. Nachdem beide Eltern berufstätig waren, kam ich schon früh in die Kinderbewahranstalt der Firma Droßbach. Im Mädchenheim wohnten wir bis zu meinem vierten Lebensjahr. 1952 zogen wir nach Asbach in den Mittelsteig. Das war die Zeit, in der die beiden Ortsteile noch durch den Steglesgraben getrennt waren. So wurde ich jetzt zum Asbacher.

Im September 1954 war unsere Einschulung mit 28 Buben und 39 Mädchen in der neuen Schule in Asbach. Die ersten drei Jahre waren wir von den Mädchen getrennt. Wir hatten gleich im ersten Jahr beim Kinderfest (das ja alle Jahre zum Schulabschluss stattfand) als 7 Schwaben unseren großen Auftritt. Ich durfte den Hasen machen. Die Kinderfeste fanden damals immer noch in der alten Flachshalle beim Sportplatz statt. Bis zur dritten Schulklasse hatten wir Fräulein Burkhard. Schnell fand man neue Freunde. Wo sie überall herkamen - aus dem Arbeiterhaus, dem Wiebelhaus, von der Schmutterwiese, vom Weiler, vom Meyfried, vom Zipfel, vom Krautgarten, aus Hamlar ... Asbach-Bäumenheim war doch nicht so klein. Von der neuen Schule ging es in der 4. und 5. Klasse in die alte Schule (heute Sängerheim) bei der Kirche. Da musste man im Winter vor Schulbeginn erst einmal selber heizen. Ab der 6. Klasse waren wir dann wieder in der neuen Schule. Sie war nun fertig umgebaut und konnte jetzt 12 Klassen aufnehmen. Unsere Klasse war nun auch wesentlich kleiner, da einige in die Real-, Handels- oder Mittelschule nach Donauwörth gingen. So blieben von ehemals 67 Schülern noch 40 übrig. Unser Lehrer für die letzten drei Schuljahre war Herr Konrektor Rößner.
Früher war alles besser ... ein alt bekannter Satz. Wir konnten noch so richtig unbeschwert unsere Jugend genießen, wenn man auch nicht so viele Möglichkeiten wie heute hatte.
Damals gab es noch kein lästiges Handyklingeln oder SMS-getippse - da musste man sich schon in der Schule verabreden. Die Wege waren weit, und das alles ohne Fahrrad, geschweige denn Auto. Die Winter waren damals noch sehr streng und da die Straßen noch nicht geteert waren, bildete sich eine feste Schneedecke, auf denen man prima mit den Schlittschuhen in die Schule kam.
Beliebt in unserer Zeit war auch das „Schussern“, das man fast überall spielen konnte. Ein kleines Loch aushölen und schon ging es los. Fast jeder hatte die Lehmkugeln in einem kleinen Beutel dabei. Begehrt waren besonders die Glas- und die schweren Bleikugeln.
Baden konnte man im Sommer entweder im ,,Hennagumpa“ (Schmutter) oder im Eggelseebach. Auch an der Fall an der Königsmühle konnte man damals noch baden. Unsere sportliche Möglichkeiten waren auch arg begrenzt.
Es gab zwar einen Sportplatz, aber hier durfte man nicht spielen. So wurde fast auf jeder Wiese gespielt. Mit einem Schulranzen oder einer Jacke hatte man schnell zwei Tore aufgestellt. Die beliebtesten Plätze waren in der Mertinger Straße beim Wasserhaus und hinter den Baracken am Steglesgraben. Hier flog des öfteren der Ball in den Graben. Beliebt war auch über den Graben hin und her zu springen. Wenn man da allerdings im Graben landete, reichte einmal Baden nicht.

Nachdem mein Vater Akkordeon spielte, sollte auch ich das Instrument lernen. Unterricht war bei Herrn Lecker in der ehemaligen Kantine von Dechentreiter. Leider hatte ich, aus heutiger Sicht, keine große Lust dazu.
Turnunterricht hatten wir bei Herrn Heberer in der alten Turnhalle. Schon mit acht Jahren meldete mich mein Onkel damals bei den Turnern an. Wenn man in der Bahnhofstraße oder in der Turnhalle mal die „Älteren" geärgert hatte, wurde das böse gerächt. Wer nicht nicht schnell genug war, wurde  „Kopfüber" in die übel riechenden Bahnhof- oder Turnhallentoilletten gesteckt.

Die Turnabende in der Halle mit den Erwachsenen waren immer ein Vergnügen. Wenn man die Pyramide für den großen Gala-Abend im„ Konsumsaal" übte, wurde es immer sehr spät. Viele beleuchtete Straßen gab es damals noch nicht. Besonders dunkel war es in der Bahnhofstraße zur Turnhalle, im Gässchen (Schubertweg) und auf meinem Heimweg am Ende der Donauwörther Straße. In der Dunkelheit am Wäldchen vorbei, da war einem doch recht mulmig zumute. „Angst hatte ich keine, aber laufen ...“
Am Sonntag war immer Kinotag. Das Kino war im Saal der „Dechentreiter-Gaststätte", sogar mit Balkon (für die Jungverliebten). Es war die Zeit der Karl-May-Filme, Tiger von Eschnapur und später die Egar-Wallace-Filme. Das Kino betrieb Frau Metz (Kartenabriss) mit ihrer Tochter Marliese an der Kasse. Wenn man die 50 Pfennig für den Eintritt schon im Geldautomaten verspielte, gab es immer Möglichkeiten, sich in das Kino zu schmuggeln. 1961/62 kamen wir in die 8. Klasse. Das Ende der Schulzeit war in Sicht. Im Pausenhof hatten wir jetzt das Sagen. Eine Lehrstelle hatte ich auch schon. Am 1. September 1962 trat ich meine Lehre als Setzerlehrling bei der Firma Sigel in Bäumenheim an. Jetzt begann wieder eine andere Zeitrechnung.





 
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