Frühgeschichte - orstchronik

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Heimatbuch 1987
Die Vor- und Frühgeschichte Asbach-Bäumenheims im Überlick

Dieter Götz
Als Vor- und Frühgeschichte, auch Prähistorie genannt, versteht man jene Zeiten, für die jegliche schriftliche Überlieferung fehlt. Als Quelle füir diesen Zeitabschnitt sind nur Bodenfunde heranzuziehen, also Reste aus vorgeschichtlicher Zeit, die sich im Boden erhalten haben und durch Zufall oder durch Grabungsforschung ans Tageslicht kamen.
Mit Hilfe dieser Bodenfunde gelang es der Wissenschaft, die Kulturentwicklung der Menschheit in der Vorzeit in bestimmte Zeitabschnitte einzuteilen. Man hat sie nach dem Werkstoff benannt, aus dem die Fundstücke einer Kulturepoche hauptsächlich hergestellt waren. So führte man die Begriffe Steinzeit, Bronzezeit und Eisenzeit ein.
Den ältesten Fund in der Gemeindeflur von Asbach-Bäumenheim stellt ein frühbronzezeitliches Skelettgrab aus der Zeit um 1800 v. Chr. dar. Im Oberfeld südlich des Ortsteiles Hamlar (150 m östlich des Hofes Negele und 150 m südlich der Bahnlinie Donauwörth-Neuburg) legte der Landwirt H. Schiele im Oktober 1973 mit seinem Pflug eine Kalksteinsetzung frei. Diese hatte eine Ausdehnung von 1,10 m x 2,40 m und war NO-SW-orientiert. Die Steine lagen regelmäßig und ohne Niveauschwankung. An den Außenseiten waren z.T. plattenartige Kalksteine bis zu 22 cm hochgestellt. Auf dem Steinbett wäre die Körperbestattung anzunehmen. Da die Abdeckung des Grabes aber aus einer Kies-Humus-Mischung bestand, wurde der Boden intensiv durchlüftet, so dass vor der Störung dieser Grabstelle von der Bestattung nichts mehr vorhanden war.
Lediglich ein Bronzehalsring mit einem Durchmesser von 13 cm und ein Spiraltutulus (Schmuck aus Bronzedraht) mit einem Durchmesser von 3,3 cm konnten als Grabbeigabe sichergestellt werden.
Diese Fundgegenstände sind im Archäologischen Museum der Stadt Donauwörth ausgestellt. Weitere frühbronzezeitliche Steinsetzungen werden auch nördlich von Hamlar auf einem erhöhten Geländestreifen angenommen, und das lässt vermuten, dass dieser Raum damals bereits besiedelt war.
Nachdem bereits 1953 im Ortsteil Asbach drei Reihengräber freigelegt worden waren, wurden 1958 in derselben Parzelle in der Schulstraße mehrere Skelettgräber angeschnitten.
Sie waren alle O-W gerichtet, Kopf im W., Füße im O. Nur das südliche, genau an der SO-Ecke des Hauses (Anwesen Kratzer) gelegene Grab enthielt die nachstehend aufgeührten Beigaben: 61 Perlen von einer Kette, darunter 2 länglich durchbohrte Amethyste und etwa 20 grüne und weiße Glasperlen, der Rest überwiegend braunrötlich. 1 durchbrochene runde Bronzezierscheibe in drei Teilen. 2 Reste eines stark zersplitterten, durch Oxydation grün durchtränkten Beinreifs; 1 kleines Bronzeringlein, innen kantig, außen rund, lichte Weite 18 mm; 1 kurzer dünner Bronzestift.“ (Bericht der Abteilung für Vor- und Frühgeschichte des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege für das Jahr 1958, München, 1959; Seite 240.)
Als bemerkenswertes Fundstück entdekcte man eine Goldscheibenfibel, die dem Augsubrger Maximilian-Museum anvertraut wurde.

Bronzeschalring und Spiraltutulus aus dem Bodenfund von 1973.

 
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