Gründung Fortuna - orstchronik

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Gründung des Schützenvereins „Fortuna“ 1900
Am 16. Dezember 1900 trafen sich in Asbach, in der Gaststätte „Bauer“ (heute „Unterwirt“) eine junge Frau - die Tochter des Gastwirts, die später in unserer Gemeinde wohlbekannte Frau Kreszenz Schauber - und 20 Männer, um einen Schützenverein zu gründen.
Zum 1. Schützenmeister, so betitelte man auch damals schon den 1. Vorstand, wurde Josef Reicherzer gewählt. 1901 löste ihn Andreas Mayer ab; Reicherzer übernahm das Amt des 2. Schützenmeisters. Als Schriftführer fungierte Johann Bauer. In gestochen scharfer deutscher Feinschrift hielt er die 7 bis 12 Schützen namentlich fest, die während der Wintermonate an den Schießabenden teilnahmen. Er führte auch über die Versammlungen Protokoll. Somit entstand eine lückenlose Chronik.
Unter Schützenmeister Mayer erhielt der Verein am 2. August 1903 den Namen „Schützenverein Fortuna Asbach“. Noch im selben Jahr, am 29. November, übernahm Sebastian Kratzer die Vereinsführung, die er bis 1909 inne hatte. Am 21. Juni 1903 fand das erste Preisschießen mit 12 Schützen statt. Es wurde im Freien auf 15 Meter mit den Zimmerstutzen geschossen. Erster Sieger war mit 55 (von 60) Ringen Karl Bauer vor Josef Kratzer (55 Ringe) und Georg Schartl (54 Ringe). Jeder Teilnehmer erhielt einen Preis. Die Preise waren: ein Maßkrug, ein Stilett, eine Tabakdose, Spazierstock und eine Schachtel Zigaretten.
Im allgemeinen war das Vereinsleben sehr rege. 1904 wurde der 1. Schützenball abgehalten, am 16. Dezember 1906 das erste Strohschießen. Auch auswärtige Preisschießen in Mertingen, Donauwörth, Lauterbach, Buttenwiesen und den umliegenden Orten besuchte man mit Erfolg.
Am 15. November 1909 wurde Johann Uhl zum 1. Schützenmeister gewählt. Er führte dieses Amt bis 1920 aus. Am 1. August 1914 fand eine außerordentliche Versammlung statt. Einziger Tagesordnungspunkt war die Mobilmachung. Einstimmig wurde beschlossen, mit dem Vereinsvermögen von 57 Goldmark die Hinterbliebenen von gefallenen Schützen zu unterstützen. Anscheinend zu optimistisch schätzte der damalige Schriftführer Karl Bauer die Lage ein. Wörtlich schrieb er ins Protokoll:
„Gott möge geben, dass wir beim Eröffnungsschießen 1914 wieder alle gesund und wohlbehalten beisammen sind. „DAS WALTE GOTT.“
Die nächste Generalversammlung fand nach Ende des 1. Weltlkrieges, am 9. Februar 1919, statt. Schießabende konnten jedoch noch nicht abgehalten werden. Dies war erstmals nach der Versammlung am 13. März 1920 möglich. Zu den 6 anwesenden Mitgliedern traten 10 neue Schützen dem Verein bei. An den Übungsabenden beteiligten sich durchschnittlich 8 bis 15 Mann und auch die Vereinsfeste, wie Christbaumfeier und Schützenball, fanden wieder statt.
Alois Hurle wurde am 13. März 1920 zum 1. Schützenmeister gewählt. 1921 zählte man 31 Mitglieder. Am 14. Oktober 1922 übernahm Otto Bösele das Amt des Schützenmeisters und des Schriftführers. Es folgten zwei schwere Jahre. Zwar wurden die Einnahmen immer höher, doch Scheiben und Munition konnten wegen der rasenden Inflation nicht mehr bezahlt werden. Dies war Anlass, das Vereinsleben bis 1924 stillzulegen. Nach der Geldentwertung ging es mit neuem Schwung weiter. Für den Verein kam eine gute Zeit. In Berlin nannte man sie die „Goldenen Zwanziger“. Auch bei den Schützen wurde wieder gefeiert; das Vereinsleben blühte auf. 15 bis 20 Schützen nahmen regelmaßig an den Übungsabenden teil. Schützenball, Strohschießen, Preisschießen, Bockschießen und Christbaumfeier fanden regen Anklang. Nach den Schießabenden wurde oft in bester Stimmung „gekneipt“, wie es der Schriftführer ausdrückte. Kassier Alois Hurle hatte ebenfalls seine Freude. Einnahmen von 411,98 Mark standen im Jahr 1926 Ausgaben von 368,10 Mark gegenüber. Der Mitgliederstand wuchs 1927 auf 51 Mann an. Doch jedem Hoch folgt ein Tief.
Michael Ruider, der am 18. November 1928 zum Schützenmeister gewählt wurde, hatte ein schweres Amt.
Arbeitslosigkeit und Geldnot griffen um sich. Die Schießabende waren spärlich besucht. Beim Schützenball 1930 erwirtschaftete man gerade noch einen Überschuss von 1 RM. Auch für Franz Hornung, der am 26. Januar 1930 die Vereinsführung übernahm, bot sich die gleiche Problemsituation. Nur noch ein Stamm von 8 bis 12 Schützen besuchte die Übungsabende. Bei den Vereinsveranstaltungen war der finanzielle Gewinn gering; mehrere Mitglieder traten aus. Dann brach eine „andere Zeit“ an. Am 7. Januar 1934 erließ die NS-Regierung das Gleichschaltungsgesetz. Anstatt des „Schiitzenmeisters“ gab es nun den „Vereinsführer“. Dieses Amt übernahm Sebastian Kratzer. Schon für den 24. März 1935 wurde „von oben“ ein Schießen zu Gunsten des Winterhilfswerkes angeordnet. Doch der Ertrag belief sich nur auf 3,25 RM. Der wirtschaftliche Aufschwung färbte auf das Vereinsleben ab. Die Abende waren gut besucht, ein neues Gewehr wurde gekauft und auch Feste wurden wieder gefeiert. Am 25. Februar 1940 übernahm Georg Riedelsheimer die Vereinsführung. Doch mit demselben Tag endeten auch die Eintragungen ins Protokollbuch für knapp 10 Jahre.
Nachdem die Alliierten das Waffenverbot lockerten, konnte Schützenmeister Georg Riedelsheimer nach 10jähriger Unterbrechung, am 29. Januar 1950, die erste Versammlung nach dem Krieg einberufen. Der Mitgliederstand von 31 erhöhte sich um 17 Neuaufnahmen. Zur Feier des Tages stiftete der Wirt, Mathias Böck, ein Gewehr. Am 19. Februar fand auch wieder ein Faschingsball statt.

 
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