Josef Dechentreiter - orstchronik

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Heimatbuch 1987
Firmengründer Josef Dechentreiter

Quirin Wegele


Am 19. März 1872 - ein Jahr nach der Gründung des Deutschen Kaiserreichs - wurde Josef Dechentreiter in Asbach geboren. Mit 13 Jahren ging er in die Schlosserlehre nach Donauwörth, um anschließend in der elterlichen Landwirtschaft bzw. im Reparaturhandel mitzuhelfen.
Nach dem Ersten Weltkrieg - zugleich Ende des Lohndrusches mittels Dampfmaschinen - entwickelte Dechentreiter die erste (elektrisch betriebene) Kleindreschmaschine.
Wegen bedeutungsvoller Erfindungen und laufender Verbesserungen war diese Kleindreschmaschine so gefragt, dass schließlich (ab 1928) die Serienproduktion begann. Dechentreiter entwickelte als Pionier der Landmaschinentechnik seine Firma in den zwanziger und dreißiger Jahren zu einem modernen Fabrikbetrieb. Schon im Jahre 1919 zählte der Betrieb einige hundert Angehörige.
Mit der Aufwärtsentwicklung der Firma ,,JD Dechentreiter” war auch der Aufbau bzw. die Vergrößerung unseres Ortes eng verbunden. Neben Straßenausbauten (BetonstraBe zum Bahnhof Bäumenheim - Neue Straße) wurden besonders Wohnungen für auswärtige Arbeitnehmer erstellt (Dechentreiter-Siedlung).
Schon früh sorgte der Firmeninhaber für den Aufbau einer firmeneigenen Berufsschule, welche später in die Berufsschule Donauwörth integriert wurde. Außerdem baute die Firma eine eigene Betriebsgaststätte mit einem repräsentativen Saal als öffentliche Gaststätte, welche der Gemeinde über viele Jahrzehnte für alle Veranstaltungen zur Verfügung stand. Eine eigene Werkbücherei und viele soziale Vergünstigungen bewiesen die arbeitnehmerfreundliche Einstellung des Fabrikanten. Nachdem er 1936 die Betriebsführung an seinen Sohn Josef übergeben hatte, ehrte ihn der Gemeinderat mit der Ehrenbürgerwürde.
Die stürmische Aufwärtsentwicklung des Betriebes in unserem Industriedorf wurde durch den Zweiten Weltkrieg (bis 1945) unterbrochen. Bis in die fünfziger Jahre blieb Ehrenbürger Dechentreiter im Betrieb beratend und unterstützend tätig. Der Strukturwandel in der Landwirtschaft brachte einen erneuten Aufschwung mit dem vom Betrieb entwickelten Mähdrescher.
Diese (weitere) steile Entwicklung seines Unternehmens bis zum Marktführer im bayerischen und deutschen Raum konnte der vielfach Geehrte nicht mehr erleben; er starb am 17. Mai 1952.

 
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