Geschichte und Gegenwart
 

An Wirtshäusern herrschte in Asbach und Bäumenheim nie ein Mangel. Sie waren auch in Notzeiten gut besucht, denn als das Radio noch nicht erfunden war und sich nur wenige eine Zeitung leisten konnten, waren sie Tauschzentralen für die neuesten Nachrichten und Gerüchte, und Mittelpunkt der Geselligkeit. Besonders beliebt waren die Konsumwirtschaft und der Unterwirt, weil diese Gaststätten einen Saal mit einer Bühne besaßen, in dem Bälle abgehalten und Theaterstücke gespielt werden konnten, die einzige Unterhaltung, die unseren Vorfahren geboten wurde. Die Wirte und Wirtinnen waren meist unterhaltsame und gutmütige Leute, die ohne Murren anschrieben und oft nächtelang wegen ein paar Gästen ausharrten. Einige sind noch heute in angenehmer Erinnerung, z.B. ,,Die Johanna“ (Merz) Herbergsmutter des TSV und des Gesangvereins und ,,die Josefa“ (Kempter) langjährige Pächterin der Dechentreiter Gaststätten. Außer den aufgeführten Wirtschaften gabs noch: Bayernstube/Hauptstraße, Café Fäustle/Eichenweg (hatte Cultstatus), außerdem gabs noch das Café Steinbauer im Krautgarten, TSV-Sportgaststätte/Bahnhofstraße, Schmalznudel/Droßbachsiedlung, Sportcasino/ Hauptstraße, Silvias Pilskneipe im Arbeiterhaus. (HB 1994). Selbst der Meyfried hatte mit der Wirtschaft „Zum guten Tropfen" (heute Meyfried 1) seine eigene Wirtschaft. 






 

In der Nähe der Kirche befand sich die Schankwirtschaft von Alois Mehle, auch der ,,Oberwirt" genannt. Wie der ,,Unterwirt" lebte auch Alois Mehle überwiegend von seiner Landwirtschaft. Seine Kundschaft waren ebenfalls die Asbacher Bauern, die gelegentlich nach Feierabend bei ihm einkehrten. Über dem Kuhstall befand sich der Saal, in dem zuweilen Tanzvergnügen oder Hochzeiten stattfanden. Unter der Führung von Karl Morlock (Tschages) in den 60ern kam die große Beat-Welle nach Asbach-Bäumeheim. Morlock holte die besten Kapellen, so dass sogar das Bayerische Fernsehen darauf aufmerksam wurde und  „Beat auf dem Lande" in der Abendschau sendete. Pächter Erwin Thielen baute den Saal um und so entstanden ,,Die 15 Stuben", Bäumenheims erste Disco. Bekanntester Pächter aber war ,,der Schorsch und die Sofie" mit gut bürgerlicher Küche.  ... Mehr


Im Erdgeschoß des Gasthauses und Vereinslokals Karl Bauer befand sich die Wirtsstube. Die Küche lag dahinter – wo heute das Nebenzimmer ist. Im Eiskeller war immer der notwendige Vorrat an Eisstangen, um mit kühlem Bier den Durst der Asbacher stillen zu können. Im ersten Stock links hielt man sich auf, wenn man sich nicht gerade im sehr niedrigen Tanzsaal auf der rechten Seite mit der holden Weiblichkeit vergnügte. Für den Abzug des Tabakqualms sorgte damals nicht etwa ein Ventilator, sondern ein zum Dachboden hin geöffneter Deckel in der Saaldecke.

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Die Eheleute Viktoria und Josef Kraus erbauten 1895 eine Gastwirtschaft auf einem Grundstück, welches das ganze westliche Areal des heutigen Eichenwegs umfasste. Dieses wurde von den Besitzern vollständig mit einem Wäldchen bepflanzt. 1913 wurde die Krauswirtschaft mit allen Liegenschaften von der Fa. Droßbach gekauft und zum Wohnheim für ledige Arbeiterinnen ausgebaut, die aus Urach, aber auch aus Polen und Böhmen angeworben wurden. Seit dieser Zeit ist dieses Gebäude als ,,Mädchenheim" bekannt

Wie es zeitweise hieß, wurde 1869 erbaut. 1871 kaufte es UlrichReiner und führte es bis 1903. Der neue Besitzer, die Fa. Droßbach, verpachtete die Wirtschaft an das Ehepaar Josef und Therese Thaller. Josef Thaller bediente untertags die große Dampfmaschine in der Fabrik. In seiner Freizeit unterstütze er seine Frau bei der Bewirtung der Gäste. 1930 erwarb die Familie Fritz und Johanna Merz die Gaststätte. Schon bei seiner Gründung im Jahre 1894 hatte sich der Gesangverein das Gasthaus zum Vereinslokal erwählt und ab 1926 gesellten sich auch die Fußballmannschaften dazu. Zusammen mit den Betriebsangehörigen der Fa. Droßbach wurde manch fröhliches Gelage gefeiert, die zuweilen in handfeste Streitereien und Raufereien ausarteten. Frau Merz, die nach dem Tod ihres Mannes 1945 die Wirtschaft mit ihren Töchtern Emma und Frieda weiterführte, gelang es jedoch immer, die erhitzten Gemüter zu beruhigen. Sie hat noch heute einen legendären ruf als ,,Herbergsmutter Johanna" 1963, nach dem Tod von Johanna Merz, wurde die Gastwirtschaft geschlossen und nur noch die Metzgerei weiter betrieben. 1987 wurde das Gebäude von der Gemeinde gekauft und wurde das Clubheim für den CCB. Wird jetzt für den Bau der neuen Bahnüberführung abgerissen.

Im Jahre 1936 errichtete Josef Dechentreiter auf dem Gelände des ehemaligen ,,Konsums" einen großen Gebäudekomplex. Er diente als öffentliche Gaststätte und als Treffpunkt und Übernachtungsgelegenheit für die zahlreichen Vertreter der Landmaschinenfabrik Dechentreiter. Für Versammlungen, gesellschaftliche und kulturelle Veranstaltungen stand ein Saal zur Verfügung, dessen Größe und Ausstattung weit über Bäumenheim hinaus berühmt war. Selbst die Stadt Donauwörth konnte jahrzehntelang nichts ähnliches vorweisen. 1938 wurde dort auch ein Kino mit ca. 500 Plätzen eingerichtet. In einem langen Anbau hinter dem Saal befand sich im Untergeschoß eine Kegelbahn und darüber ein Schießstand, in dem damals noch mit Zimmerstutzen geschossen wurde. Dieser Anbau diente im 2. Weltkrieg als Unterkunft für gefangene russische Offiziere und wurde am 19. März 1945 durch Brandbomben zur Ruine, die heute noch besteht. Bis etwa 1965 schmückte die vom Hausmaler und Werbegraphiker Babion geschaffenen Bilder die Fassade, dann wurden sie bei der durchgeführten Renovierung des Gebäudes übertüncht. Trotz der Aufschrift ,,Dechentreiter-Gaststätten", die um 1950 angebracht wurde, blieb das Lokal bei den Einheimischen aus Gewohnheit und wohl auch der Kürze wegen der ,,Konsum", bis es 1970 von seiner neuen Besitzerin, der Brauerei Scheible in Alerheim, in ,,Sonne" umbenannt wurde. 1984 wurde die ehemals gemütliche Gastwirtschaft sehr zum Missfallen der Nachbarn in eine Discothek umgewandelt, die inzwischen mehrmals Namen und Pächter gewechselt hat.  Beherbergt jetzt ein Bistro mit Spielzimmer und im oberen Stockwerk sind Wohnungen.

Bereits 1876 wird im Protokoll des ,,Veteranen- und Kriegervereins" das ,,Gasthaus Klopfer" inBäumenheim erwähnt. Um die Jahrhundertwende kaufte die Fa. Droßbach das Lokal mitsamt dem großen Garten, in dem 1909 die ,,Kinderbewahranstalt" der Fa.Droßbach erbaut wurde.Die Gastwirtschaft erhielt den romantischen Namen ,,Zur Linde" und wurde von den getreuen und zuverlässigen Mitarbeitern von Oskar Mey, zuerst von Anton Rauch und danach von Fritz Schwendemann betrieben. Allzu groß dürfte der Zulauf nicht gewesen sein, denn außer den Nachfahren der beiden Pächter könnnen sich auch alte Bürger nicht an seine Existenz erinnern. Quer dazu stand im Hintergrund ein weiteres Wohngebäude der Fa. Droßbach, das zwischen 1912 und 1950 in seinen unteren Räumen eine Freibank beherbergte, wo das Fleisch von Pferden und notgeschlachteten Tieren billig verkauft wurde. 1970 erwarb die Gemeinde die beiden arg heruntergekommenen Gebäude und ließ sie 1980 abreißen, um Platz für neue Wohnblöcke zu schaffen.

Das Café Fäustle im Eichenweg hatte in Bäumenheim hauptsächlich in den 1950ern und einen „Cultstatus“ bei der Bäumenheimer Jugend - im Sommer war öfters Tanz mit der Kapelle Echo im Freien auf einer betonierten Tanzfläche mit bunter Lichterkette (Bild rechts). Auf dem linken Bild ist das Café von der Bahnhofseite zu sehen. Bild unten rechts: Frau Fäustle mit einem Nachbarsjungen.

Auch ein Teil von Bäumenheims bewegter Geschichte - das „Sonnenstüberl" in den 1950ern in der damaligen Hauptstraße (darum wurde Bäumenheim auch gerne als „Klein-Paris" bezeichnet) - nebenan der kleine Lebensmittelladen von Jakob. Heute bekannt als Friseursalon Metzker.






 

Gasthaus „Hurlerwirt" im Weiler hatte lange Zeit die einzige Kegelbahn in Bäumenheim - Freitags war immer Kegelabend und da konnte man sich als Kegelbub zumindest den Eintritt für das Kino am Sonntag verdiene

 

Die Bahnhofswirtschaft war jahrelang ein beliebter Treffpunkt einiger Rentner und natürlich die Fahrgäste, die auf ihren Zug warteten, kamen mal schnell auf ein Getränk oder einen kleinen Imbiss in die Wirtschaft - für die Kinder gabs am Kiosk - auf dem Foto Pächterin Frau Karmann (1972-78) mit ihrer Tochter - schnell mal eine kleine Stärkung



Das Casino in der Hauptstraße - Pächter: Erwin Thielen

Ideal für die Arbeiter vom Fendt - ideal für die Fendtarbeiter, die gerne hier ihre Pause machten - abends saß man gerne um die Theke oder traf sich zum Karteln - als einzige